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Veranstaltungen16.02.2020
Heimat verdient Fortschritt

Bürgermeisterkandidatin Emmi Kollross schlug bei der UFB-Wahlversammlung vieles vor, was man im Markt Lam besser und anders machen könnte

Emmi Kollross  stellte bei der Wahlversammlung der UFB am Sonntagabend im Gasthof „Dimpflstadl“ ihre Ideen als Bürgermeisterkandidatin sowie das UFB-Wahlprogramm vor.

Als Unternehmer sei man es gewohnt,  auf Neuerungen zeitnah zu reagieren. Das möchte sie auch auf die Gemeinde übertragen. „Ich habe keine Angst, vom Gewohnten auf Neues umzusteigen“, so die 53-jährige, die  seit 2010 Vorsitzende der UFB ist.  Die UFB, die im gesamten Landkreis ihresgleichen suche,  ist als politische Gruppierung sozial, kulturell und politisch sehr aktiv. „Miteinander wurde vieles beschlossen“, zählte Kollross die größten Projekte auf.  Zudem setzten sich einige Anträge der UFB durch,  zum Beispiel die Verschönerung der Ortseinfahrt, der Parkplatz am Radweg bei der Gaberlsäge, die Idee der Umbenennung des Kurparks in Panoramapark, die Sanierung des Holzweges, die Ehrung der Abschlussschüler mit Notendurchschnitt bis 1,5. Von Kollross  wurde die Ehrenamtskarte beworben und neue Akzeptanzstellen geschaffen. Die UFB betrieb auch aktive Mitarbeit beim Wettbewerb „unser Dorf soll schöner werden“ und stellte die Seniorenbeauftragte, die Jugendbeauftragte und die Vereinskoordinatorin.

Es sei schwierig in einem strukturschwachen Gebiet tourismusverträgliche Unternehmen anzusiedeln. „Wir müssen daher die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten. Ein Baugebiet für junge Familien wäre sehr wichtig“, so die Rednerin.   Sicher wäre die Einführung eines Baukindergeldes möglich. Das Leerstandsmanagement des Landkreises sei sinnvoll. Sie würde anhand dieser Unterlagen das persönliche Gespräch suchen. Der Bürgermeister müsse ein Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer sein. Man bekäme auch eine planungsberatende Unterstützung vom Landratsamt. Im  Landkreis Cham gebe es  38.000 Wohngebäude, davon stehen 2700 leer. In 2600 Häusern wohnen ältere bzw. betagte  Leute.

Die UFB setze sich dafür ein,  die Schule mit der bestehenden Klassengröße und –zimmern zu erhalten. Das sei nur durch  eine Sanierung möglich. „Durch einen Neubau hätten wir ein Drittel weniger Platz“, stellte die 53-jährige gegenüber. Unbestritten sei der hohe Betreuungsbedarf für Kinder, z. B. die offene Ganztagesschule mit zwei Gruppen, Differenzierungsräume, Zimmer für die Jugendsozialarbeit, die Keyboardklasse, die SMV und vieles mehr. „Auch die große Aula muss erhalten bleiben“, plädierte Kollross dafür, diese als Veranstaltungsraum für Vereine nutzbar  zu machen. Die Planungen laufen seit 2017 und gehen  nur sehr zögerlich voran. „Gegenwärtig  wissen wir immer  noch nicht, ob es  ein Neubau oder eine Sanierung wird“, kritisierte die Rednerin, die sich für das bestmögliche Ergebnis  für Schüler und Lehrer einsetzen will. 

Lam möchte sich  weiter als attraktives Tourismuszentrum präsentieren. „Das ist mir  persönlich sehr wichtig, weil es die Lebensqualität der Bürger im Ort nachhaltig beeinflusst“, argumentierte die Unternehmerin. Man müsse den Tourismus stärken, ausbauen und nicht nur stabilisieren. Emmi Kollross  bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden  Arrach und Lohberg, die  die UFB schon seit 15 Jahren forderte. Es müsse bewusst werden, dass die Gastronomie nicht nur alleine einen Tourismusort ausmacht, sondern alle übrigen Faktoren eine Rolle spielen.  Wer heutzutage ein Geschäft eröffnen will, sollte aus gemeindlicher Sicht die volle Unterstützung erhalten.  Nur durch kaufkräftige Kunden  könne der Einzelhandel in Lam existieren. Die  Gemeinde  könne  mit einer Stellplatzverordnung direkt einwirken. Das bedeutet, dass der Gewerbetreibende bei einer Geschäftserweiterung eventuell eine geringere Stellplatzgebühr an die Gemeinde zahlen muss. „Ich kann mir auch eine gewisse Summe als Anerkennung der Gemeinde für die Leerstandsübernahme  oder Weiterführung eines Geschäfts vorstellen“, argumentierte die UFB-Vorsitzende. Sie würde persönlich, bei der Laden- und Lokalsuche vermittelnd auftreten.

Auch dürfe die Ortsgestaltung nicht aus den Augen verloren werden. Die UFB habe letztes Jahr drei  Blumenampeln gesponsert. Dieser Blumenschmuck entlang der Arberstraße sollte noch  bis auf den Marktplatz hinauf verlängert werden. Die Marktplatzsanierung bleibt ein drängendes Anliegen. Bis die Sanierung ins Rollen kommt, sollte der Bauhof die Fahrbahn auf der rechten Seite zum Bordstein etwas anheben, wo das Pflaster eingesunken ist. „Wir haben gute Handwerker im Bauhof“, konnte sie sich vorstellen, dass diese auch  die eine oder andere Bodenwelle beseitigen.

Wie lassen sich die Leerstände im Zentrum bekämpfen? ging die Rednerin dieser Frage nach.  Da könnte ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept im Rahmen der Städtebauförderung weiterhelfen. Es müsse geklärt werden, ob man mit dem Amt für Ländliche Entwicklung oder der Städtebauförderung arbeiten will. Fakt ist, dass die Anlieger durch Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung nicht mehr finanziell zu einer Marktplatzsanierung herangezogen werden. „Das haben die Freien Wähler durchgeboxt. Ich habe damals über 400 Unterschriften gesammelt“, erinnerte Kollross. Das Silberdorf Lam müsse  massiv beworben werden. Denkbar wäre eine  bleibende Werbetafel am Ortseingang. „Das Auge isst nicht nur mit, es urlaubt auch mit“, sprach sich die Rednerin für schöne Aufnahmen in Social Media-Kanälen aus. Ein weiterer  Wunsch wäre ein kommunaler Gärtner. Kollross versäumte es nicht, dem OGV ein  großes Lob auszusprechen. Aber die Helfer  geraten oftmals  an ihre Grenzen. Die Pflege des Bahnhofvorplatzes hänge wegen des  DSL-Ausbaus  in der Warteschleife. „Das ist der  erste Eindruck von Feriengästen, die mit dem Zug anreisen“, machte die Rednerin bewusst. Eine Blumenwiese am Bahnhof würde  wenig Pflege erfordern. Die UFB stelle sich ebenso eine Kinderbeschäftigung bei Wartezeiten beim Wasserspielplatz am Bahnhof vor. Dort sollte zeitnah einiges gestaltet werden. Sie würde prüfen, ob eine Förderung durch den Naturpark möglich ist. Zum Fitnesspark im Panoramapark müsste ein Stromanschluss verlegt werden, um Kurse abhalten zu können.

Ein Mitbürger brachte den Vorschlag eines Radweges Richtung Neukirchen in der Bürgerversammlung im November 2018 vor, der sogleich wieder verworfen wurde, weil man eine Million Kosten kalkulierte. Von Neukirchner Seite wären die Weichen nahezu gestellt.  UTLW und Camp Canis seien überregionale Werbeträger. Camp Canis habe Bedarf an Zeltplätzen. Einige davon könnten sicher  auch hinterher  erhalten werden. Außerdem regte Kollross schon lange an, dass  die Pfarrkirche Lam mit einem Kulturschild  an der Staatsstraße beworben wird. Das Osserbad müsse attraktiver werden. Die  jüngste Kostenaufstellung beziffere sich auf 750.000 Euro. „Es sind Aktionen  notwendig, um Leute ins Bad zu locken. Tschechien schläft nicht. In Klattau wird ein neues Hallenbad gebaut“, weiß Kollross.

Ein weiterer Wunsch sei die Erweiterung des Arbeitskreises für Senioren. Ein Dank galt allen  Ehrenamtlichen, die das Seniorenbüro besetzen. Kollross plädierte für die Anstellung einer  Vertrauensperson, die regelmäßig die Senioren zu Hause besucht. Die Betreuung muss im Haus erfolgen. Auch die Gründung eines Jugendrates zwischen 14 und 26 Jahren wurde von ihr angedacht. Mit dem Stammtisch für junge Leute sei ein guter Anfang gemacht worden. Den Jugendrat verstehe sie als ein Bindeglied zwischen der Dorfjugend und dem Marktrat.

Die digitale Infrastruktur sollte zeitnah umgesetzt werden. Nur so können Homeoffice-Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden. Der Landkreis müsse eine Strecke von 1600 Kilometer graben, in die  4000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden.  „Dann wären wir der einzige Landkreis in Bayern, der ein flächendeckendes Glasfasernetz aufweisen kann“, unterstrich die 53-jährige.  Seit 2017 gebe es keine Sitzungen des AK-Tourismus mehr, monierte sie.  Bürgerversammlungen und Neujahrsempfänge sollen im Gasthaus stattfinden. Auf der gelungenen Homepage wäre  eine Jobbörse von Nutzen. In der Geschichte Lams vermisste sie den Bürgerentscheid gegen das PSW am Osser. Seit Bestehen der UFB konnte man sage und schreibe 12.000 Euro an verschiedene Einrichtungen spenden.  Kollross appellierte an die Zuhörer, zur Wahl zu gehen. „Wir sind eine gute Opposition und fühlen uns nicht als Opfer, sondern als Ideengeber!“ Wenn sie Bürgermeisterin wird, nimmt sie die Vorschläge auf, selbst wenn sie von der Opposition oder der Bevölkerung stammen. Sie traut sich das Amt zu und  geht langfristigen Problemen nicht aus dem Weg. „Ich bin ehrlich und möchte mit den Gemeinderäten den Markt nach vorne bringen“.  Sie bat um die Stimme bei der Bürgermeisterwahl und die Stimme für die UFB-Liste. (Kötztinger Umschau kli)


Redakteur: Marietta Hutter
Veröffentlicht am: 16.02.2020

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